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Chemnitzer Hartz-IV-Empfänger ist „Botschafter der Wärme“

Gunter Schreyer hat eine Lehrstellenbörse im Internet aufgebaut –

                                               Initiative der Verbundnetz Gas AG ehrt ihn für sein Engagement

 

Von Michael Brandenburg

Kappel/Zentrum. Gunter Schreyer ist Hartz-IV-Empfänger und gleichzeitig Botschafter. Den Botschafterbrief hat dem 59-Jährigen gestern Sozialbürgermeisterin Heidemarie Lüth feierlich überreicht. Ernannt zum Botschafter hat dem ehemaligen Facharbeiter für Qualitätskontrolle ,der nach der Wende einen Getränkehandel betrieb, das Verbundnetz der Wärme. Dahinter verbirgt sich eine Initiative der Verbundnetz Gas AG Leipzig, die Ehrenamtliche ehren und damit deren Engagement stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken möchte.

Gunter Schreyer, der in Kappel wohnt, hatte sich nach schlechten Erfahrungen mit unseriösen Stellenangeboten

1998 entschlossen, jungen Bewerbern beim Finden von Ausbildungsplätzen zu helfen. Unter www.lehrstellenservice.info veröffentlicht er freie Lehrstellen von Firmen im gesamten Bundesgebiet. Allein von August 2008 bis gestern verzeichnete seine Webseite mehr als 24.000 Zugriffe, sagt er. Schreyer wirbt auf Messen für seine Lehrstellenbörse und hat seine Erkenntnisse zu ausbildungswilligen Betrieben als Buch veröffentlicht.

Gegen 6 Uhr beginnt sein Arbeitstag, mit dem Bearbeiten der Post. Anschließend recherchiert im Internet. „Zu tun habe ich genug, nur wird meine Arbeit nicht genügend anerkannt“, meint Schreyer über sich selbst. Er hat Dankschreiben für sein Ehrenamt vom Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Hanns-Eberhard Schleyer und vom damaligen Bundesarbeitsminister Franz Müntefering erhalten. Finanzielle Unterstützung jedoch blieb bisher aus. Für die Arbeitsagentur gilt er schon seit 2003 „aus Altersgründen“ als nicht mehr vermittelbar.

„Lichtblick“ besteht zehn Jahre

Erhalten hat Gunter Schreyer seinen Botschafterbrief gestern im Alternativen Projekt für Arbeit (APA) „Lichtblick“, dem Heidemarie Lüth gleichzeitig zum zehnjährigen Bestehen gratulierte. Eröffnet wurde die vom Verein Selbsthilfe 91 getragene Einrichtung am 1. Mai 1999 im Rahmen des Sofortprogramms der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit.

Sozialarbeiter wie Thomas Hirth, der nahezu von Anfang an dabei ist, versuchten, jungen Menschen bei der Arbeitssuche zu helfen und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. „Neben der Beratung im Haus waren wir oft im Stadtgebiet unterwegs, hatten Kontakt zu den Zenti-Kids und luden diese Jugendliche in unser Projekt ein“ erinnert sich Hirth. „Es gab Zeiten, da vor dem Pavillon übernachtende Zenti-Kids das Haus sozusagen „bewachten“, schmunzelt er heute. Im „Lichtblick“ wurden Bewerbungstrainings und PC-Kurse veranstaltet.

Seit dem Auslaufen des Sofortprogrammes 2004 kämpft der Verein Selbsthilfe 91 um die Erhaltung des Angebots. In den zehn Jahren besuchten nach Angaben von Leiter Gunnar Werwitz knapp 10.000 junge und ältere Menschen das Projekt. „Einige kommen schon fast von Anfang an“ weiß Hirth. „Entweder brauchen sie immer mal wieder unsere Hilfe oder aber sie berichten uns regelmäßig, wie es ihnen geht.“

(mit GW)                               - Stichwort

 

Stichwort

„Lichtblick“

Das alternative Projekt für Arbeit (APA) „Lichtblick“ hilft vorrangig sozial benachteiligten Jugendlichen bei der Suche nach Lehr-, Arbeits oder Praktikumsstellen, informiert über Ausbildungs- und Berufschancen und unterstützt bei Bewerbungen und Behördengängen. Dafür arbeiten die Mitarbeiter mit der Arge, der Berufsberatung und Unternehmen der Region zusammen. Darüber hinaus dient die Einrichtung als „niedrig-schwellige Anlaufstelle für Suchtkranke“ bietet Tipps zu Freizeitangeboten und Hilfe in Notsituationen als Jugendinformationspunkt  (Jip). (GW)

 

Kontakt:

APA „Lichtblick“ , Zwickauer Straße 6, Telefon 0371 36923-0, E-Mail: apa-lichtblick@selbsthilfe91.de

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 – 18 Uhr, Freitag 8 – 16 Uhr

                                                                                                                     www.selbsthilfe91.de

 

 

Quelle:

„Freie Presse“ Chemnitz vom 08.05.2009 

 

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